Bei der Rürup-Rente gilt, wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung auch, das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Konkret bedeutet dies: Während der Einzahlphase wirken sich die Beitragszahlungen steuermindernd aus. Dafür muss die Rürup-Rente später versteuert werden.

Besteuerung während der Einzahlphase

Die Beitragszahlungen zur Rürup-Rente können als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Hierfür ist die Anlage Vorsorgeaufwand (Seite 1, Zeile 7) vorgesehen.

Die Gesamthöhe der absetzbaren Beiträge ist begrenzt: Seit 2016 können maximal 22.767 (Alleinstehende) bzw. 45.534 Euro (Verheiratete) steuerlich geltend gemacht werden. Achtung: Beiträge zu berufsständischen Versorgungswerken, z.B. bei Ärzten, Anwälten oder Architekten, mindern den Betrag, der steuerlich geltend gemacht werden kann. Bei Angestellten werden die Höchstbeträge um die Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt (siehe Rürup-Rente für Angestellte und Beamte).

Nur ein bestimmter Prozentsatz der Beitragszahlungen ist absetzbar. Die Höhe dieses Prozentsatzes richtet sich nach dem jeweiligen Steuerjahr: 2016 erkennt das Finanzamt 82 % der Zahlungen an. Ein Alleinstehender, der den absetzbaren Höchstbetrag von 22.767 Euro in einen Rürup-Vertrag investiert, kann in der Steuererklärung 2016 also 18.668 Euro steuerlich geltend machen.

Steuerjahr 2005 2006 2007 2008 2009
Absetzbarer Anteil 60% 62% 64% 66% 68%
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
70% 72% 74% 76% 78% 80% 82% 84% 86% 88%
2020 2021 2022 2023 2024 ab 2025
90% 92% 94% 96% 98% 100%

Besteuerung der Rürup-Zahlungen

Die späteren Rentenzahlungen aus dem Rürup-Vertrag müssen mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden. Für die Rürup-Rente gelten die gleichen Regelungen wie für die gesetzliche Rentenversicherung: Der zu versteuernde Anteil richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Bei einer Auszahlung der Rürup-Rente 2016 müssen zum Beispiel 72 % versteuert werden. Details hierzu finden Sie in unserem Artikel Besteuerungsanteil.