Zertifikate |
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Zertifikate bieten für Anleger eine interessante, aber auch riskante Form der Geldanlage. Sie gehören zur großen Gruppe der Derivate. Das Wort stammt vom lateinischen "derivare" ab und bedeutet "abgeleitet". Der Kurs eines Zertifikats leitet sich immer von einem anderen Basiswert ab und ermöglicht dem Anleger - je nach Ausgestaltung -, auf steigende, fallende oder seitwärts tendierende Kurse des Basiswerts zu setzen. Weil sich Zertifikate immer auf einen Basiswert beziehen, ist der Wert eines Zertifikats vom Wert des Basiswerts abhängig. Basiswerte können unter anderem sein:
Wie viele Zertifikate-Typen gibt es?Die Finanzinstitute bieten eine nahezu unendliche Zahl von Zertifikaten und Zertifikate-Typen an. Dies bedingt für den Käufer eine Unübersichtlichkeit und eine gewisse Undurchsichtigkeit des Zertifikate-Marktes. Unterschiedliche Strukturen der angebotenen Wertpapiere, aber durchaus ähnliche Bezeichnungen der Zertifikate erschweren oftmals die Vergleichbarkeit. Die meistgekauften Zertifikate-TypenDie nachfolgenden Zertifikate-Typen decken über 92 Prozent der in Deutschland angebotenen Zertifikate ab (Stand September 2009):
Sicherheit:Zertifikate sind als Inhaberschuldverschreibungen nicht so sicher wie eine Anlage in Aktienfonds oder auch den Basiswert selbst. Denn Zertifikate sind immer an den Basiswert und an den Emittenten, ein Geldinstitut, gebunden. Wird der Basiswert aus dem Markt genommen oder der Emittent verlässt den Markt, droht ein Totalverlust. Konkret: Bei einem Zertifikat auf eine Aktie kann im Falle der Pleite des Unternehmens, das die Aktie begeben hat, das investierte Kapital komplett verloren gehen. Totalverlust droht auch, wenn das emittierende Geldinstitut insolvent wird. Dies war bei der so genannten Lehmann-Pleite der Fall. Bei Aktienfonds wären die beim Finanzinstitut hinterlegten Fonds als Sondervermögen vor einem Zugriff des Konkursverwalters geschützt. Die Verknüpfung des Zertifikats mit dem Basiswert bedeutet auch die Teilhabe an dessen Schwankungen. Steigt der Kurs des Basiswerts, steigt auch der des Zertifikats - und umgekehrt. Die Bindung an den Basiswert kann bei bestimmten Zertifikaten bedeuten, dass das eingesetzte Kapital nicht unbedingt erhalten bleibt. Zertifikate haben ein höheres Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals gegenüber Aktien, Rentenpapieren oder entsprechenden Fonds. Geeignet für:Zertifikate eignen sich für risikobewusste Anleger, die bereit sind, sich regelmäßig und häufig mit ihrem Investment zu befassen. Denn die Verbindung der Wertentwicklung des Zertifikat-Investments mit der Wertentwicklung eines anderen Basiswerts sowie das Insolvenzrisiko des Emittenten machen Zertifikate zu einem komplizierten und risikoreichen Investment. Aufgepasst:Dividenden oder Zinszahlungen auf die Basiswerte gehen nicht in den Kurs des Zertifikats ein. Ausnahme: Zertifikate auf Indices wie etwa den DAX, in dessen Kurs Dividendenzahlungen eingerechnet werden. Die Lehmann-Pleite verweist noch auf ein anderes Problem: Nicht immer ist das verkaufende Geldinstitut auch das emittierende. So wurden etwa Kunden deutscher Sparkassen Zertifikate des amerikanischen Geldinstituts verkauft. Für den Käufer verschwimmt damit die Übersicht über das Risiko. Nur unter großen Schwierigkeiten konnten Kunden in Deutschland ihr verlorenes Geld zurückklagen. |

